Schwarzkümmel ist die Bezeichnung für die Samen von Nigella sativa, einer einjährigen Gewürzpflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Trotz des Namens ist Schwarzkümmel botanisch nicht mit Kümmel oder Kreuzkümmel verwandt. Die kleinen, mattschwarzen Samen werden als Gewürz verwendet oder zu Öl gepresst.
Pflanzenportrait
Nigella sativa ist eine zierliche, aufrecht wachsende, verzweigte einjährige Pflanze. Typisch sind die sehr fein gefiederten, fast fadenförmigen Blätter und die hellen, oft leicht bläulich getönten Blüten. Nach der Blüte bilden sich aufgeblähte Samenkapseln, in denen zahlreiche aromatische Samen heranreifen.
Herkunft & Verbreitung
Schwarzkümmel ist im Raum von Westasien beheimatet; kultiviert wird er seit sehr langer Zeit. Archäologische Funde belegen die Nutzung und Kultivierung bereits im alten Ägypten. Heute ist Schwarzkümmel als Gewürz in vielen Küchen von Nordafrika über den Nahen Osten bis nach Südasien verbreitet.
Anbau & Ernte
Als einjährige Kultur wird Schwarzkümmel meist aus Samen ausgesät. Die Pflanzen brauchen einen sonnigen Standort und reifen innerhalb einer Vegetationsperiode aus. Geerntet wird, wenn die Samenkapseln trocken werden und die Samen vollständig ausgereift sind. Dann werden die Kapseln geschnitten, getrocknet und die Samen ausgeschüttelt bzw. ausgedroschen.
Saat und Verarbeitung
Die Samen von Nigella sativa sind klein, kantig und tiefschwarz. In der Warenkunde erkennt man sie leicht an ihrer rauen Oberfläche und dem intensiven, würzigen Duft, der beim Zerreiben freigesetzt wird. Für Schwarzkümmelöl werden die gereinigten Samen schonend gepresst; als Gewürz kommen sie ganz, leicht angeröstet oder gemahlen zum Einsatz.
Verwendung
Schwarzkümmelsamen sind in vielen Regionen ein klassisches Gewürz für Brot, Gebäck und herzhafte Speisen. In der Küche werden sie zum Beispiel auf Fladenbrot gestreut, in Gewürzmischungen verwendet oder in Öl kurz angeröstet, um das Aroma zu öffnen. Aus den Samen gepresstes Öl wird vor allem als Würzöl genutzt.
Geschmack & Küche
Das Aroma der Samen ist würzig, leicht pfeffrig und herb, mit einer warmen, „orientalischen“ Anmutung. Beim Rösten wird der Duft runder und nussiger, gleichzeitig bleibt die typische Würze erhalten. In Speisen harmoniert Schwarzkümmel besonders gut mit Sesam (Tahini), Zitrone, Knoblauch, Joghurt, Hülsenfrüchten, Aubergine und frischen Kräutern.
- auf Fladenbrot und Brötchen (vor dem Backen)
- zu Linsen, Kichererbsen und Gemüse aus dem Ofen
- in Dips und Saucen auf Joghurt- oder Tahini-Basis
- in Reis- und Getreidegerichten für mehr Tiefe
Wissenswertes
Im Handel kann der Name „Schwarzkümmel“ leicht zu Verwechslungen führen, weil „black cumin“ im Englischen teils auch für andere Samen verwendet wird. Kulinarisch gemeint ist in der Regel Nigella sativa – erkennbar an den schwarzen, kantigen Samen und dem charakteristisch würzigen, leicht herben Aroma. Auch als Zierpflanzen bekannte Nigella-Arten sind verwandt, werden aber vor allem wegen ihrer Blüten kultiviert.